Während der vierzehntägigen Fair-Handels-Woche ist es fast normal, dass wir Sendungen zu diesem Thema im Fernsehen sehen.
Gestern lief auf France 5 die Dokumentation „Fair: um jeden Preis?“.
Hier ist die Zusammenfassung der Sendung von der France 5 Website:
Lange Zeit auf Wohltätigkeitsverkäufe und „Bohème“-Läden beschränkt,
sind Fair-Trade-Produkte in wenigen Jahren zu Massenprodukten geworden.
Sie sind jetzt in großen Supermärkten erhältlich. Alle Marken haben sich
daran beteiligt, mit einem unerwarteten Boom: 40 % Umsatzsteigerung pro
Jahr. Nach Kaffee und Schokolade hat sich das Sortiment stark
diversifiziert und ist in allen Regalen zu finden, von Kosmetika bis
hin zu Blumen, von Bananen bis hin zu Jeans. Der bewusste Verbraucher
kann sich daher grundsätzlich über diesen militanten Durchbruch in der
Geschäftswelt freuen. Logischerweise gilt: Je mehr Wohlhabende faire
Produkte konsumieren, desto mehr arme Bauern, die endlich einen fairen
Preis erhalten, haben Zugang zur Entwicklung. Das ist leider nicht so
einfach. Sicher, die Zunahme des Fair-Trade-Marktes ermöglicht es kleinen
Kooperativen, ihre Produktion zu entwickeln und zu expandieren. Aber zu
welchem Preis? Zwei Welten, zwei Logiken versuchen zu koexistieren. Auf
der einen Seite die Notwendigkeit, Volumen zu generieren, auf der
anderen Seite der Wunsch, im menschlichen Maßstab zu produzieren, unter
Berücksichtigung von Mensch und Natur. Um zu verstehen, wem diese
Koexistenz nützt, hier die vergleichende Geschichte von drei
Schokoladentafeln, die aus ecuadorianischen Kakaobohnen hergestellt
wurden. Sie offenbart viele Widersprüche zwischen dem Großhandel und dem
fairen Handel, denn letztendlich geht es den großen Marken,
unabhängig von ihrem Bekenntnis, nur darum, Geld zu verdienen.
Kurz gesagt, und wirklich nur grob zusammengefasst, ging es eher um die Rolle des fairen Handels im Großhandel.
Das ist eine Frage, die ich mir als bewusste Konsumentin zu oft stelle: Verliert der faire Handel nicht seinen ganzen Sinn, wenn wir fair gehandelte Produkte im Großhandel finden? Denn wenn man bedenkt, dass der Hauptzweck des Großhandels Gewinnstreben ist...
Das ist eine weitreichende Debatte, aber ich möchte auf keinen Fall in die Dämonisierung von „Guten und Bösen“ verfallen, was die Diskussion unter uns nicht voranbringt!
Zum Schluss (auch wenn ich glaube, dass wir damit nicht so schnell fertig werden) ist es ein sehr interessanter Bericht von France 5, der die grundlegenden Fragen unseres Konsums aufwirft: In einer Zeit, in der nachhaltige Entwicklung und fairer Handel ein Trend sind, wie sieht es wirklich für die Kleinbauern im Süden aus?
